Florian Angelé, geb. am 12.08.1811 in Berlin, verst. am 24.10.1848 in Wien. Florian ist Inhaber einer Fabrik, in der Eisenbahnwaggons hergestellt werden. Er stirbt 1848 bei den Freiheitskämpfen in Wien. Seine ebenfalls in Wien verheiratete Schwester Adelheid Eichen übermittelt ihrem Bruder Cunibert die traurige Nachricht in einem Brief vom 06.11.1848. Einige Auszüge: „... Du wirst gewiss schon von den schrecklichen Ereignissen, die sich in Wien zutragen, gehört haben, denn es sind schon volle 4 Wochen, daß Wien im Belagerungszustande erklärt ist und der Kaiser dem Fürsten Windischgrätz die General-Vollmacht gegeben mit den Wienern zu verfügen nach Belieben. Dieser hat uns nun Bedingungen gestellt, denen sich die Wiener nicht fügen wollten und in Folge dessen ganz Wien auf eine entsetzliche Art bombardieren lassen. .... 2 Nächte haben wir in Florians Fabrik auf Stroh geschlafen; aber wie wir die Croaten und das Militaer näher rücken sahen, haben wir uns wieder in unsere Wohnung geflüchtet; unser guter Bruder (Anm. Florian Angelé) zog aber vor, in seiner Fabrik zu bleiben ... er kam am Tage, wo das eigentliche Bombardement losging herein ... zog sich sauber an und holt sich Geld aus der Stadt, um seine Leute auszuzahlen. ... In der Stadt hört er allarmieren und stürmen ... und lässt sich vom Hauptmann ein Gewehr geben und mischt sich ... unter die mobile Garde und ... kämpft dort 13 volle Stunden und wird nach Gottes weisem unergründlichem Ratschluss erschossen. Leider muss ich Dirs melden ... Nun denke Dir noch das Schreckliche dazu, dass seine Fabrik in einen Aschenhaufen verwandelt wurde ... Deine Dich liebende Schwester Adelheid“